Human und Mammalian Design
Der Kanal 19-49, das Jahr 2027 und was es für unser Miteinander mit Tieren bedeuten könnte
Nach dem Mammalian-Design-Video-Interview mit Natalie von Cosmic Enrgy kam eine Frage in den Kommentaren, die mich noch lange beschäftigt hat: Was genau ist das für ein Abbruch, von dem da 2027 die Rede ist – der Kanal 19-49, der abbrechen soll? Was genau bedeutet das und was würde das für unsere Tiere bedeuten, wenn sich ausgerechnet diese Verbindung verändert? Ich bin keine Wahrsagerin, das vorweg. Aber die Frage war zu gut, um sie nur kurz zu beantworten. Also habe ich mich hingesetzt, nachgelesen, und meine Gedanken dazu sortiert.
Was der Kanal 19-49 eigentlich ist
Im Human Design ist der Kanal 19-49 der Kanal der Synthese. Er gehört zum Stammes-Schaltkreis und dort genauer zur Ego-Gruppe. – zusammen mit den Kanälen 26-44, 37-40 und 32-54. Diese Gruppe regelt im Kern eine sehr archaische Frage: Welchen Wert hat der Einzelne für die Gemeinschaft, und wie werden Ressourcen im Gegenzug dafür verteilt?
Der Kanal selbst verbindet zwei Tore. Tor 19 sitzt im Wurzel-Zentrum und heißt Tor des Bedürfnisses. Es ist der körperliche, ganz materielle Wunsch, dazuzugehören und versorgt zu werden. Tor 49 sitzt im Solarplexus und heißt Tor der Prinzipien. Es legt emotional fest, unter welchen Bedingungen diese Zugehörigkeit gewährt – oder eben verweigert – wird.
Zusammen ergeben die beiden Tore einen sehr alten, stillen Handel, der unsere Gemeinschaften seit Jahrhunderten trägt: Ich gebe dir, was du brauchst – wenn du dich an meine Prinzipien hältst. Das gilt in der Familie genauso wie im Beruf, in der Religion, im Staat. Und – das ist der Gedanke, der mich zu der Kommentar-Frage zurückgebracht hat – in ganz ähnlicher Form auch zwischen uns und unseren Tieren.
Was 2027 passieren soll
Ra Uru Hu, der Begründer des Human-Design-Systems, hat gesagt, dass genau dieser Kanal 2027 seine sogenannte Hintergrundfrequenz verliert. Wichtig dabei: Der Kanal verschwindet nicht aus den Charts. Kanäle bleiben, wie sie sind, sie sind fester Bestandteil der Anlage. Was verstummt, ist der leise Grundton, der bislang immer mitgeschwungen ist, ohne dass wir ihn bewusst gehört haben – so wie ein Rauschen im Wald, das man erst bemerkt, wenn es plötzlich still wird.
Dieser Grundton war es, der über eine sehr lange Zeit dafür gesorgt hat, dass sich Bedürfnis und Versorgung von selbst gefunden haben – dass Zugehörigkeit sich automatisch eingestellt hat, ohne dass jemand aktiv danach suchen musste. Ra Uru Hu bringt es so auf den Punkt: „When we get to 2027, you will find that we are not like that. It was the background frequency.“
Der zeitliche Rahmen dahinter ist der sogenannte Cross of Planning, ein globaler Zyklus, der 1615 begonnen hat und 2027 endet – also über 400 Jahre trägt. Die IHDS beschreibt diesen Übergang so: „Keys that have opened locks for over 400 years will change in 2027.“ Ausdrücklich betont wird dabei: Es handelt sich um einen evolutionären Prozess, nicht um eine Katastrophe. Der neue Zyklus, der danach beginnt, trägt den Namen Cross of Sleeping Phoenix und verschiebt den Schwerpunkt vom Stamm, vom Kollektiv, hin zum Individuum – weg von automatischer kollektiver Fürsorge, hin zu Selbstermächtigung und innerer Wahrheit.
Ein erstes Symptom, das sich schon zeigt
Ganz abstrakt muss das nicht bleiben. Ein Blogbeitrag, auf den ich bei der Recherche gestoßen bin, überträgt den Kanal 19-49 schon auf ein sehr gegenwärtiges Phänomen: den Fachkräftemangel. Die These dort: Bedürfnis und Ressource – ein offener Job und eine passende Bewerberin – finden sich nicht mehr automatisch über die alte, regelgebundene Logik. Beide sprechen zunehmend verschiedene Sprachen. Was daraus entstehen könnte, sind nicht mehr lebenslange, selbstverständliche Bindungen, sondern bewusster ausgehandelte, temporäre Allianzen.
Und was heißt das für unser Miteinander mit den Tieren?
Hier verlasse ich den fachlich abgesicherten Waldboden unter meinen Füßen und wechsle bewusst ins Persönliche – das ist meine eigene Überlegung, keine Aussage, die ich irgendwo im Mammalian Design so vorgefunden hätte.
Domestikation beruht, wenn man genau hinschaut, auf demselben stillen Handel wie der Kanal 19-49: Futter, Schutz und Zugehörigkeit gegen das Einhalten von Regeln. Das ist im Grunde der Gesellschaftsvertrag, den Mensch und Tier seit Jahrtausenden miteinander führen. Wenn nun ausgerechnet diese Hintergrundfrequenz verstummt, die genau diesen Handel bislang unbewusst getragen hat, dann liegt der Gedanke nahe, dass sich diese Verbindung nicht mehr von selbst herstellt. Ähnlich wie beim Fachkräftemangel: Sie müsste neu gesucht, neu ausgehandelt werden.
Das heißt für mich nicht zwingend „wilder“ im Sinne von unberechenbarer oder schwerer erziehbar. Ich verstehe es eher so: Wir werden unsere Tiere noch genauer lesen lernen müssen, statt uns auf die alte, stille Übereinkunft zu verlassen, dass Versorgung automatisch Bindung und Gehorsam erzeugt. Beziehung statt reiner Konditionierung – ein Gedanke, der zu dem passt, was ich in meiner Arbeit mit jagdlich motivierten Hunden ohnehin täglich erlebe: Erst hinschauen, bevor die nächste Methode drübergelegt wird.
Zukunftsmusik, wie gesagt. 2027 ist noch ein Stück Weg, und niemand kann seriös vorhersagen, wie sich das konkret im Alltag mit unseren Tieren zeigen wird. Aber die Frage, die am Anfang stand, war zu gut, um sie nicht weiterzudenken.
Wie schön wäre es doch, wenn genau das der nächste Schritt wäre – nicht weniger Verbindung zwischen uns und unseren Tieren, sondern eine ehrlichere.
Wenn dir dazu selbst etwas durch den Kopf geht – ob du bei deinem eigenen Tier schon so eine Verschiebung spürst, oder dich die Frage genauso beschäftigt wie mich –, schreib es mir gern in die Kommentare. Genau solche Fragen sind es, die mich in meiner Arbeit weiterbringen.
Und falls dich neugierig macht, was in deinem eigenen Hund gerade energetisch steckt: Mit Das Chart deines Hundes bekommst du dazu einen ersten, unkomplizierten Einstieg – aus Geburtsdatum, -ort und -uhrzeit entsteht sein Mammalian Design Chart, mit Typ, Zentren, Kanälen und Toren.
Ein guter Anfang, um deinen Gefährten noch etwas genauer zu verstehen.
Waldige Grüße
Nicole


