Warum ich mich nicht auf nur eine Facette in meiner Arbeit beschränken möchte
Neulich fragte mich mein Mann, ob ich Ende des Monats mit zum Flinten-Training komme.
Und ich musste lächeln.
Nicht, weil das so absurd gewesen wäre, denn ich liebe es. Sondern weil mir in diesem Moment wieder einmal bewusst wurde, wie vielfältig mein Leben eigentlich ist.
Da ist das Flinten-Training.
Da ist Human Design.
Da ist meine Arbeit mit Hundetrainerinnen und Hundetrainern.
Da sind Human Design Readings für Mensch, Hund und Pferd.
Da bin ich als Co-Referentin unterwegs.
Da schreibe ich Texte.
Da entstehen Artikel, Ideen, Konzepte, Verbindungen.
Und manchmal taucht mitten in all dem dieser Gedanke auf, den vermutlich viele kennen:
- Müsste ich mich nicht langsam mal entscheiden?
- Müsste ich nicht klarer nur eine Richtung wählen?
- Müsste ich nicht etwas weglassen, damit es stimmiger wirkt?
- Müsste ich mich nicht stärker positionieren laut der MArketing-Gurus?
Und gleichzeitig spüre ich immer deutlicher: Warum eigentlich?
Warum sollte ich mich auf nur eine Facette begrenzen, wenn doch genau diese Vielfalt mein Leben so lebendig macht? Warum sollte ich so tun, als dürfte nur ein Teil von mir sichtbar sein, wenn gerade das Zusammenspiel aus all dem mein Wirken prägt?
Wir sind oft mehr als eine einzige Überschrift
Ich glaube, viele Menschen versuchen irgendwann, sich auf einen einzigen Satz herunterzubrechen.
- Etwas, das man schnell erklären kann.
- Etwas, das in eine Zeile passt.
- Etwas, das für andere sofort einzuordnen ist.
Gerade im Business begegnet uns das ständig.
- Was machst du genau?
- Wofür stehst du?
- Was ist dein Thema?
Und natürlich ist Klarheit wichtig. Doch manchmal wird aus Klarheit auch Enge. Denn nicht alles, was sich auf den ersten Blick weit anfühlt, ist unklar. Manches ist einfach nur vielfältig. Manches ist mit der Zeit gewachsen. Manches ist ein Ausdruck davon, dass ein Mensch sich nicht nur in einer einzigen Ecke des Lebens bewegt.
Vielleicht besteht das Leben nicht aus einer geraden Linie. Vielleicht gleicht es eher einem Blumenstrauß. Nicht jede Blume darin sieht gleich aus. Nicht jede Farbe wirkt auf den ersten Blick passend zur nächsten. Und gerade deshalb entsteht etwas Schönes.
Mein Leben ist kein gerader Strich – und genau das mag ich daran
Wenn ich auf die letzten Tage schaue, dann sehe ich genau diese Vielfalt. Am Wochenende war ich in einem ganz anderen Feld unterwegs – als Co-Referentin. Ein anderer Rahmen. Ein anderes Mindset. Ein anderer Hintergrund.
Und gleichzeitig viel Offenheit, viel Neugierde und ehrliches Interesse an Human Design.
Dann läuft im Moment meine Zehn-Tages-Challenge für Trainerinnen und Trainer, die mit jagdlich motivierten Hunden arbeiten wollen.
Auch das ist ein eigener Raum. Mit anderen Fragen. Mit anderen Themen. Mit ganz praktischer Begleitung, Reflexion und Entwicklung.
Hier gab eseinen Co-Working-Space, in dem wir uns austauschen konnten, jeder eine Menge für sich geschafft hat und wir ganz easy virtuell miteinander verbunden waren. Auch das gehört dazu.
Nicht nur lehren, nicht nur anleiten, sondern Räume schaffen, in denen etwas wachsen darf.
Und dann geht es weiter mit der Vorbereitung für ein Human Design Reading, in dem ein Mensch, Pferd und Hund zusammenkommen. Auch das ist wieder eine andere Form des Hinschauens, Sortierens und Verbindens.
Wenn ich all das nebeneinanderlege, dann sehe ich keinen Widerspruch. Ich sehe einen Blumenstrauß.
Vielleicht liegt gerade in der Vielfalt etwas sehr Eigenes
Ich glaube, wir machen uns manchmal unnötig klein, wenn wir versuchen, nur noch eine einzige Version von uns zu zeigen. Aus Angst, sonst zu viel zu sein. Zu breit. Zu schwer einzuordnen. Zu unterschiedlich. Nicht gut genug positioniert im Business.
Dabei liegt doch oft gerade in dieser Vielseitigkeit etwas sehr Eigenes.
Nicht jeder Mensch muss nur für eine Sache brennen.
Manches entsteht aus Verbindung.
- Aus dem Zusammenspiel verschiedener Erfahrungen.
- Aus der Fähigkeit, Dinge zusammenzudenken.
- Aus dem Mut, nicht alles voneinander trennen zu müssen.
Vielleicht ist genau das eine Stärke:
dass wir unterschiedliche Felder nicht nur nebeneinanderstehen lassen, sondern spüren, wie sie sich gegenseitig bereichern.
Der Blumenstrauß der Möglichkeiten
Ich mag dieses Bild sehr: den Blumenstrauß der Möglichkeiten. Weil er nicht geschniegelt ist. Nicht streng sortiert. Nicht auf nur eine Farbe reduziert. Ein Blumenstrauß lebt davon, dass Verschiedenes zusammenkommt. Dass Kontraste da sind. Dass Zartes neben Wildem stehen darf. Dass etwas Ruhiges neben etwas Ausdrucksstarkem seinen Platz hat.
Und vielleicht ist es mit unserem Leben ganz ähnlich.
- Da gibt es die Themen, die uns schon lange begleiten.
- Die Erfahrungen, die uns geprägt haben.
- Die Felder, in denen wir sicher sind.
Und daneben Neues, Unerwartetes, vielleicht auch Dinge, die auf den ersten Blick nicht sofort zusammenpassen. Aber wer sagt denn, dass sie es müssen? Vielleicht sind es gerade diese unterschiedlichen Farben, die das Ganze schön machen.
Alles darf einfließen
Was ich immer mehr schätze, ist genau das: dass ich all diese Facetten nicht voneinander abspalten muss.
Dass Erfahrungen aus einem Feld mein Denken im anderen bereichern dürfen. Dass Beobachtungen, Tiefe, Klarheit, Menschenkenntnis, Wahrnehmung und Präsenz nicht nur in einem einzigen Bereich einen Platz haben.
Und genau das fließt ja auch in mein Coaching für Hundetrainerinnen und Hundetrainer ein.
Nicht als kunterbuntes Durcheinander. Sondern als gelebte Erfahrung.
Als Weite.
Als Blick über den Tellerrand.
Als Bereitschaft, nicht nur an der Oberfläche zu bleiben.
Als Fähigkeit, Verbindungen zu sehen, wo andere vielleicht nur einzelne Bausteine erkennen.
Denn auch in der Begleitung von Hundetrainer:innen geht es doch oft nicht nur um eine Methode.
Nicht nur um einen Trainingsschritt. Nicht nur um die eine Lösung.
Es geht um Menschen.
Um ihren Weg.
Um ihre Art zu sehen.
Um ihre Haltung.
Um das, was sie mitbringen.
Und um das, was daraus entstehen kann, wenn sie sich erlauben, mehr von sich selbst mit hineinzunehmen.
Vielleicht ist genau das einer der wertvollsten Punkte überhaupt:
Dass wir andere nicht nur in einem festen Rahmen begleiten, sondern größer.
Dass wir nicht nur fragen: Was musst du weglassen?
Sondern auch: Was darf noch mehr mit an den Tisch?
Vielfalt ist kein Fehler
Ich glaube, viele haben irgendwann gelernt, dass Vielseitigkeit etwas ist, das man besser sortieren, glätten oder eindämmen sollte. Als wäre es ordentlicher, nur eine klare Facette zu zeigen. Als wäre ein Mensch überzeugender, wenn er weniger Spannweite hat.
Ich erlebe es anders.
Vielfalt ist kein Fehler. Vielfalt ist oft ein Zeichen dafür, dass Leben wirklich gelebt wurde.
Dass Erfahrungen gesammelt wurden.
Dass Interessen wachsen durften.
Dass sich Fähigkeiten entwickeln konnten.
Und ja, manchmal braucht es eine innere Ordnung, damit daraus kein Überfordern wird.
Aber Ordnung ist etwas anderes als Begrenzung.
Ich muss mich nicht reduzieren, damit mein Wirken verständlich wird. Ich darf lernen, meinen eigenen Blumenstrauß zu zeigen.
Was wäre, wenn wir uns nicht ständig reduzieren müssten?
Vielleicht wäre das eine spannende Frage, auch für die Hundetrainer:innen und Hundetrainer, die ich begleite:
Was wäre, wenn du dich nicht ständig auf das reduzieren müsstest, was andere am schnellsten greifen können?
Was wäre, wenn deine Erfahrungen, deine Persönlichkeit, deine Tiefe, deine Interessen und deine ganz eigene Art, auf Menschen und Hunde zu schauen, nicht zu viel wären – sondern genau das, was dich ausmacht?
Was wäre, wenn dein Weg nicht schmal sein muss, um klar zu sein?
Was wäre, wenn deine Besonderheit nicht darin liegt, dich anzupassen, sondern darin, deinen ganz eigenen Blumenstrauß zu erkennen?
Ich glaube, gerade darin liegt oft die eigentliche Kraft. Nicht in der perfekten Geradlinigkeit. Sondern in der stimmigen Vielfalt.
Es darf groß sein
Vielleicht ist das der Gedanke, den ich gerade selbst immer mehr verinnerliche:
Es darf groß sein, im Sinne von weit.
Weit genug, damit verschiedene Seiten von mir darin Platz haben.
Weit genug, damit sich Erfahrungen verbinden dürfen.
Weit genug, damit ich nicht ständig entscheiden muss, welche Facette bleiben darf und welche verschwinden soll.
Ich bin nicht nur Referentin.
Nicht nur Autorin.
Nicht nur Human Design Analytikerin.
Nicht nur in der Arbeit mit Hundetrainerinnen.
Nicht nur in einem einzigen Feld zuhause.
Und genau das ist kein Problem, das gelöst werden muss.
Es ist ein Reichtum, der gelebt werden möchte.
Mein Schlussgedanke
Vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, sich für eine einzige Richtung zu entscheiden.
Vielleicht geht es vielmehr darum, den Mut zu haben, die eigene Vielfalt stehen zu lassen.
Zu sehen, was alles schon da ist.
Zu würdigen, welche Farben das eigene Leben trägt.
Und nicht vorschnell zu beschneiden, was vielleicht gerade deshalb so wertvoll ist, weil es nicht nur aus einer einzigen Blüte besteht.
Ich mag diesen Gedanken sehr:
dass mein Leben ein Blumenstrauß sein darf.
Mit unterschiedlichen Farben.
Mit verschiedenen Formen.
Mit wilden und stillen Anteilen.
Mit Tiefe und Erdung.
Mit Menschen, Tieren, Themen, Räumen und Wegen, die alle etwas beitragen.
Und vielleicht ist genau das das Schönste daran:
Dass ich all das nicht voneinander trennen muss.
Sondern, dass es einfließen darf.
In mein Wirken.
In meine Begleitung.
In mein Coaching für Hundetrainerinnen und Hundetrainer.
In das, was ich sehe.
In das, was ich weitergebe.
Und in die Art, wie ich die Welt lese.
Waldige Grüße
Nicole
Häufige Fragen die ich hierzu gestellt bekomme:
Warum ist Vielseitigkeit im Business kein Nachteil?
Vielseitigkeit kann ein großer Vorteil sein, weil sie Erfahrungen, Perspektiven und Fähigkeiten zusammenbringt. Gerade in beratenden und begleitenden Berufen entsteht daraus oft mehr Tiefe, mehr Verbindung und ein eigener Blick auf Menschen und Prozesse.
Muss ich mich als Hundetrainerin oder Coach klar auf ein Thema festlegen?
Klarheit ist wichtig, doch Klarheit bedeutet nicht automatisch Begrenzung. Viele Menschen arbeiten mit mehreren Themen, die sich gegenseitig ergänzen. Entscheidend ist, ob ein roter Faden erkennbar bleibt und das eigene Wirken stimmig ist.
Wie kann ich verschiedene Interessen in mein Coaching einfließen lassen?
Indem du nicht alles voneinander trennst, sondern schaust, was sich durch deine Erfahrungen verbindet. Oft sind es Haltung, Wahrnehmung, Tiefe, Menschenkenntnis oder bestimmte Werte, die sich durch unterschiedliche Felder hindurchziehen und dein Coaching besonders machen.
Was bringt Vielseitigkeit in der Arbeit mit Hundetrainerinnen und Hundetrainern?
Sie erweitert den Blick. Statt nur auf Methoden oder einzelne Trainingsschritte zu schauen, können auch Persönlichkeit, Haltung, Entwicklung, Umfeld und eigene Stärken mit einbezogen werden. Genau daraus entsteht oft eine individuellere und nachhaltigere Begleitung.
Wie finde ich heraus, was von meiner Vielfalt wirklich zu mir gehört?
Eine gute Orientierung ist die Frage, was dich über längere Zeit begleitet, was dich lebendig macht und was sich immer wieder in deiner Arbeit zeigt. Nicht alles muss gleich wichtig sein, aber manches zieht sich wie ein roter Faden durch unterschiedliche Bereiche deines Lebens.
Manchmal braucht es keinen neuen Plan, sondern einen klaren Blick auf das, was längst da ist.
Wenn du deinen roten Faden klarer sehen möchtest und herausfinden willst, was wirklich zu dir, deinem Weg und deinem Wirken gehört, dann ist der Richtungs-Scan vielleicht genau der richtige nächste Schritt für dich.
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