Wenn dein Kopf dein Trainerbusiness ausbremst
Wann weiß man eigentlich genug um mit einem Coachig nach außen zu gehen? Oder: Brauche ich erst noch ein Diplom, um etwas weiterzugeben?
Neulich im Coaching hatten wir das Thema:
„Ich kann diesen Kurs noch nicht geben. Dafür weiß ich einfach noch nicht genug.“
Ich habe nur genickt, weil ich diesen Gedanken so gut kenne – von mir selber und aus ganz vielen Gesprächen mit Trainer:innen
Dieses leise Zögern. Dieses „Vielleicht noch nicht …“ Noch ein Buch lesen. Noch eine Weiterbildung. Noch ein bisschen mehr Sicherheit.
Und irgendwo dahinter die Frage:
Wann ist eigentlich genug?
Und vielleicht kennst du genau diesen Moment. Dieses leises Zögern im Hintergrund. Dieses Gefühl, noch nicht so weit zu sein.
Noch nicht klar genug. Noch nicht sicher genug. Oft nennen wir das Imposter-Syndrom.
Doch im Kern geht es vielleicht manchmal weniger um fehlendes Selbstvertrauen – sondern um die Art, wie unser Verstand arbeitet.
Ich habe das Thema gedanklich mal mit in den Wald genommen. Manche Gedanken sind mit weiter gewandert, andere haben sich schon am Parkplatz verabschiedet.
Lass uns mal einen genauen Blick darauf werfen und das Human Design dazu nehmen.
Wenn der Verstand nach Sicherheit sucht
Im Human Design schauen wir auf neun Zentren in unserem Chart (das ist unsere Blaupause).
Sie beschreiben unterschiedliche Bereiche unserer Wahrnehmung, Verarbeitung und Bewusstheit.
Diese Zentren können entweder definiert oder undefiniert sein.
Ein definiertes Zentrum ist konstant aktiv. Hier steht eine stabile Energie zur Verfügung, auf die ein Mensch immer wieder zurückgreifen kann. Es prägt, wie jemand denkt, fühlt, reagiert und handelt.
Ein undefiniertes Zentrum ist offen und rezeptiv. Hier wird Energie von außen aufgenommen, verstärkt und verarbeitet.
Dadurch entsteht eine größere Sensibilität für Einflüsse aus der Umgebung – und gleichzeitig eine größere Variabilität im Erleben.
Weder definiert noch offen ist besser oder schlechter. Beides beschreibt unterschiedliche Funktionsweisen im System.
Eines dieser Zentren ist das Ajna-Zentrum. Es gehört zu den mentalen Bewusstheitszentren und steht in direktem Zusammenhang mit Denken, Konzeptbildung und mentaler Verarbeitung.
Ist dieses Zentrum offen, bist du es mental auch. Du kannst Gedanken, Konzepte und Perspektiven anderer aufnehmen, verarbeiten, bewerten und erkennen, was davon Substanz hat. Du bist nicht auf eine Denkweise festgelegt. Du kannst Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Mit unterschiedlichen Menschen zu unterschiedlichen gedanklichen Ergebnissen kommen.
Und genau darin liegt eine große Stärke – Aber auch eine Herausforderung.

Wenn mentale Offenheit sich wie Unsicherheit anfühlt
Wenn du allein über etwas nachdenkst, kann es anstrengend werden, mentale Stabilität zu finden. Dann tauchen Gedanken auf wie: Reicht das, was ich weiß? Was, wenn ich mich morgen anders sehe? Was, wenn andere mehr Sicherheit ausstrahlen als ich? Im Offenen Ajna kann daraus die Angst entstehen, wie ein Fähnchen im Wind zu sein.
Vielleicht glaubst du, du müsstest eine feste Meinung haben. Eine klare Haltung. Etwas, das du jederzeit sicher vertreten kannst. Und wenn das nicht da ist, wirkt es schnell so, als würdest du „nicht genug wissen“.
Manche beginnen dann, besonders stark zu argumentieren. Andere ziehen sich zurück. Wieder andere versuchen mitzuhalten, mitzudenken, mitzuwissen – um nicht weniger klug zu wirken.
Dabei wird Offenheit plötzlich als Schwäche missverstanden. Als Zeichen dafür, nicht clever genug zu sein.
Methodenoffen statt festgelegt
Gerade im Trainer:innen-Alltag zeigt sich die Qualität eines offenen Ajna besonders deutlich.
Du bist methodenoffen.Nicht, weil du dich nicht entscheiden kannst. Sondern, weil du wahrnehmen kannst, dass nicht jede Methode zu jedem Hund, jedem Menschen und jeder Situation passt.
Du nimmst auf. Du beobachtest. Du prüfst innerlich. Und wählst dann das, was im Moment stimmig wirkt.
Das bedeutet nicht Beliebigkeit. Es bedeutet Beweglichkeit.
Und genau das kann verunsichern. Denn in einer Welt, in der klare Methoden, feste Konzepte und eindeutige „So macht man das“-Antworten gefragt sind, fühlt sich Methodenoffenheit schnell an wie:
nicht festgelegt sein
keine klare Linie haben
nicht eindeutig positioniert sein
Dabei ist es oft genau das Gegenteil. Methodenoffene Trainer:innen arbeiten nicht unscharf – sie arbeiten kontextsensibel. Sie sehen den Hund. Den Menschen. Die Situation. Und entscheiden daraus. Nicht aus einem starren System heraus, sondern aus Wahrnehmung.
Das offene Ajna kann hier eine enorme Stärke sein: Du kannst unterschiedliche Ansätze nebeneinander halten, ohne dich sofort auf einen festlegen zu müssen. Du musst nicht „die eine Methode“ vertreten. Du darfst Räume öffnen, in denen Entwicklung möglich ist.
Und vielleicht ist genau das eine der Qualitäten, die Training heute braucht.
Der Denkfehler dahinter?
Das offene Ajna-Zentrum ist nicht dafür da, Sicherheit zu produzieren. Es ist dafür da, die Vielfalt zu sehen. Gedanken zu bewegen. Konzepte zu prüfen. Unterschiedliche Perspektiven miteinander in Kontakt zu bringen.
Du musst keine feste Meinung haben.
Du musst nichts endgültig erklären.
Du musst nicht „recht behalten“.
Und vor allem: Dein Verstand ist nicht der Ort, an dem Entscheidungen für dein Leben entstehen müssen. Trotzdem versuchen viele genau das. Sie suchen Antworten im Kopf.
Warten auf mentale Klarheit. Auf den Moment, in dem sich alles logisch richtig anfühlt.
Und bleiben stehen.
Was im Traineralltag passiert
Gerade im Hundetrainer-Business sehe ich das total oft. Menschen mit feinem Gespür. Mit Erfahrung. Mit einem echten Blick für Zusammenhänge.
Und gleichzeitig diese inneren Gedanken:
„Ich weiß, was ich davon halte … aber wie erkläre ich das so, dass es sicher klingt?
Und was, wenn jemand nachfragt?
Oder mich nicht versteht?
Oder mich für unklar hält?“
Also lieber noch warten. Noch weiterdenken. Noch mehr absichern. Dabei ist genau diese mentale Beweglichkeit oft das, was Trainer:innen besonders macht. Sie können sich sehr flexibel auf Menschen einstellen. Auf Hunde. Auf Situationen.
Sie denken nicht in starren Konzepten – sondern im Kontakt.
Wissen ist nicht das eigentliche Kriterium
Die Frage ist nicht:
Weißt du genug?
Die Frage ist:
Kannst du wahrnehmen, was gerade gebraucht wird?
Kannst du zuhören, statt sofort zu erklären? Kannst du Perspektiven öffnen, statt Antworten festzulegen?
Menschen mit offenem Ajna sind oft genau darin stark. Nicht im Festlegen. Sondern im Mitdenken. Im Verbinden. Im Spiegeln.
Und genau das ist im Training, im Coaching, im Begleiten so wertvoll.
Wenn Zweifel leiser werden dürfen
Ein großer Schritt ist es, zu erkennen:
Ich muss keine feste mentale Sicherheit herstellen.
Ich darf beweglich bleiben.
Ich darf Dinge heute so sehen – und morgen anders.
Es gibt keine ultimative Meinung. Keine endgültige Wahrheit.
Und mein Wert entsteht nicht daraus, wie überzeugend ich etwas erkläre. Sondern daraus, wie präsent ich im Kontakt bin.
Vielleicht braucht es kein weiteres Jodel-Diplom
Vielleicht braucht es kein weiteres Zertifikat. Keine perfekte Erklärung. Keine feste Meinung. Vielleicht braucht es einfach den Mut, das weiterzugeben, was du bereits siehst, erlebst und verstehst.
Nicht als fertige Wahrheit. Sondern als Einladung zum Mitdenken. Denn genau darin liegt die Schönheit des offenen Verstandes:
Er hält Räume offen. Er verbindet Perspektiven. Er erlaubt Entwicklung.
Und manchmal ist genau das der Moment, in dem „genug“ entsteht
Wie arbeitet dein Verstand eigentlich wirklich?

Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass dich dieses Thema berührt, dann könnte ein Blick auf dein eigenes Ajna-Zentrum unglaublich aufschlussreich sein.
Ich habe dir einen kleinen Guide zusammengestellt:
„Offenes oder definiertes Ajna – was das für dich als Trainer:in bedeutet“
Darin erfährst du:
woran du erkennst, ob dein Ajna offen oder definiert ist warum mentale Unsicherheit nichts mit fehlender Kompetenz zu tun hat
weshalb Methodenoffenheit eine Stärke sein kann
und welche Rolle dein Verstand im Training wirklich spielt
Du kannst dir den Guide hier kostenfrei herunterladen:
[Download-Button]
Vielleicht erkennst du dich darin wieder.
Und siehst dich ein Stück klarer.


